Aloha Freunde des gepflegten heiß Machens von Lebensmitteln,
Ein entspanntes Kochen gehört für mich zu einem guten, gelungenen Samstagabend. Ich habe Zeit nicht, dass ein Student praktisch immer Zeit hat und taue nicht nur irgendetwas auf, sondern gebe mir auch Mühe. Meist geht diesem Spektakel ein ausuferndes Extremshopping voraus, weil Sonntage auch überlebt werden wollen. Schön wäre es bei diesen Gelegenheiten einen Minielefanten zu besitzen, der die Einkäufe in die Wohnung trägt. So komme ich mir selbst regelmäßig wie eine Kamelunterart vor, wenn ich die Tüten hinter mir herzerre. Mehrere Male zum Auto laufen kostet einfach zu viel Energie und wäre ja praktisch.
Jedenfalls lebe ich nach dem Grundsatz, dass für die Zubereitung gesunder, wohlschmeckender Speisen, neben qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, Wissen, Sorgfalt und Zeit die Hauptzutaten sind. Kochen macht Spaß und erfüllt den Bauch uns mit Vorfreude auf den Genuss. Gemäß dieser Maxime taue ich mir ein Steak auf, lasse die Dosenpilze für die Soße abtropfen, leere gefrorene Zwiebeln in die Pfanne und befördere die Tüten-Klöße ins Wasser.
So weit, so gut. Es kocht. Um mir die paar Minuten bis zum Endergebnis zu vertreiben, lasse ich den Blick schweifen. Er schweift über die Reste der letzten Völlerei. Schweift weiter. Fällt zurück. Fällt gen Himmel. Ich entringe mir ein leichtes Stöhnen. Also das auch noch. Das Wasser läuft in die Spüle. Das Steak brutzelt munter vor sich hin. Ich stelle das Wasser aus. Plötzlich höre ich das Geräusch eines Wasserfalls. Kurz bevor ich gedanklich gänzlich in diese Regenwaldatmosphäre eintauche, besinne ich mich darauf, dass ich mich eigentlich in meiner Küche befinde. Schock. Ich mache die Tür unter meiner Spüle auf und starre von oben bis unten durchnässt auf das Naturschauspiel, dass sich mir bietet. Ich entschließe mich dagegen nach Japanern mit Fotoapparaten zu suchen, die diese einzigartige Sensation fotografieren und drehe erstmal an allen vorhandenen Wasserhähnen. Nachdem ich endlich die Fontaine abgestellt habe, bemerke ich einen beißenden Geruch und schwarzen Rauch. Super. Also kein Steak sondern Kohle. PERFEKT. Löschen ist ein bisschen doof, wenn das Wasser abgestellt ist ist zu gefährlich. Deswegen stelle ich die Pfanne erstmal weg, drehe den Herd ab und beschäftige mich in einem Wutanfall mit meinem kleinen Feuchtbiotop namens Küche-Bad-Abstellkammer, bevor irgendwelche seltenen Kröten auf die Idee kommen selbiges zu bevölkern und es damit zu einem Naturschutzgebiet zu erklären. Argh! Gut, dass ich gestern nicht gewischt habe. Nach getaner Arbeit robbe ich mich total durchnässt und geschwächt (kein Essen, anstrengende Arbeit) zu meiner Vermieterin und erkläre ihr, dass ich ein kleines Problem habe. Sie kommt natürlich sofort mit, um das Problem zu begutachten. Leider folgt ihr der kleine Köter süße Welpe auf den Fuß und rennt einmal quer durch die Küche und hinterlässt dabei eine Spur aus feuchter Erde und Dreck. Gott sei Dank können Blicke nicht töten, sonst hätte ich auch noch einen Leichnam beseitigen müssen.
Letztendlich konnte mir meine Vermieterin helfen, sie schickte ihren Sohn und knapp 1 Stunde später konnte ich sowohl einen geplatzten Schlauch, als auch eine saubere, heile Küche bewundern.
Und jetzt fragt sich der geneigte Leser bestimmt, ob ich was daraus gelernt habe?!
Ja, hab ich. Ich werde NIEMALS mehr, also wirklich NIEMALS mehr behaupten, dass mir langweilig ist und nichts passiert!
August 19, 2008
Kategorien: Daily Soap - Tägliche Seife, gerupft & nicht geschüttelt . Tags:Argh!, Ärger, DailySoap, Elefanten, Essen, Gerupft, Konsum, Rette*mich, zuhause . Autor: gaggadu . Kommentare: 1 Kommentar