Wie mich meine Familie in Lebensgefahr brachte

Aloha Freunde des gefiederten Etwas,

Wie ihr vielleicht aus vergangen Einträgen und der “Über den Gaggadu” Seite entnehmen konntet, flieg der Gaggadu ab und zu in der großen weiten Welt rum, allerdings nicht aus eigener Kraft sondern mit Hilfe eines großen metallenen Kranichs, bei dem ich mich im Bauch verstecke. Die Rede ist von Flugzeugen.

Da der Gaggdu finanziell aufgrund des studentischen Backrounds nicht sehr betucht ist, wird er auch ab und zu von seinen Eltern mitgenommen. Na ja früher war das des öfteren der Fall, heute ist das nicht ganz so.

Aber ich schweife schon wieder ab! Ich möchte euch eigentlich von einem Urlaub in weit weit weg erzählen. Genauer in Afrika. Noch genauer in Namibia.

Leser, die jetzt eine Beweihräucherung meiner Lebensumstände vermuten, dürfen gerne wieder zurück in die Realität flüchten und das hochspannende Fernsehprogramm einschalten, in welchem Paris Hilton wahrscheinlich ihre neusten Fehltritte offenbaren wird. Wer sich allerdings für Geschichten, die sich um Todesangst, Elefanten und einen orangen Pulli drehen, interessiert, dem darf gesagt sein, dass er hier alles findet!

Wer diese Geschichte interaktiv, beziehungsweise besonders nah erleben will, sollte nochmal kurz in den Garten gehen und sich eine Portion Dreck Erde neben den Laptop legen. Hilfreich wäre vielleicht, wenn ein enger Freund (Bekannte könnten diese Situation vielleicht als etwas befremdlich auffassen) hinterm Rücken Elefantengeräusche machen würde. Nachdem diese Vorkehrungen getroffen wurden, kann’s los gehen.

Wir befinden uns an einem ausgetrockneten Flußbett, umgeben von einigen ausgetrockneten Bäumen. Es ist früh am Morgen und die Natur wacht gerade auf. Dort hinten, hinter einem großen Busch ist die Familie des Gaggadus gerade dabei ihr Nachtlager zusammenzupacken. Sie hatten die Nacht innerhalb eines Kreises, der einerseits von besagtem Busch und andererseits von zwei geparkten Autos begrenzt ist, verbracht. Da es ihnen bewusst ist, dass sie sich in einem Elefantengebiet aufhalten, verhalten sie sich dementsprechend leise. Bis… Ja, bis dieses emsige Treiben von lauten Fressgeräuschen jäh zerstört wird. Ihr habt es bestimmt erraten: Auf der campabgewandten Seite des Busches machte sich gerade ein Elefant über die Natur her (jetzt wären Fressgeräusche des Freundes hinter dem Rücken durchaus angebracht). Sofort erfror die Szenerie auf der anderen Seite. Im Camp breitete sich erwartungsvolle Stille aus. Der Elefant, nicht doof, wollte natürlich auch mal wissen, ob auf der anderen Seite die Blätter des Busches nicht vielleicht doch besser schmecken könnten und machte sich auf dieses fremde Terrain näher zu erforschen. Blöd für die Familie. Der Elefant kam also näher. Und näher. Bis er irgendwann der Lücke zwischen den geparkten Autos und dem Busch ziemlich nah kam. Irgendwas muss ihn dann aber doch davon überzeugt haben, dass alles, was man in der Ferne sieht in der Realität vielleicht doch nicht so toll ist, und trotte von dannen. Die Last, die in diesem Augenblick von der Familie fiel war förmlich zu hören.

Bis hier hin klingt das ja alles sehr dramatisch, aber wie es kommen muss und wenn man die Einstellung der Tierwelt in Bezug auf meine Person kennt, weiß man, dass da noch mehr kommen muss.

2. Akt

Nach dem Elefantenaufmarsch packten wir um so schneller unser Zeug zusammen. Plötzlich vernahmen wir eine Stimme und ein vor Freude strahlender Australier stand mit seinem Hund vor uns. Ich bin natürlich hín und hab den kleinen Wauzi erstmal ausgiebig gestreichelt, wunderte mich aber dabei die ganze Zeit, warum er eine Decke auf dem Rücken hat. Na ja, die Erklärung folgte sofort: Der Kleine wurde von ner Schlange gebissen und der komplette Rücken war gerade am abfaulen. Lecker. Frühstück gestorben. Jedenfalls war der Aussi auf der Suche nach Menschen, die in aus seiner misslichen Lage retten konnten. Seine Autobatterie war irgendwie leer und jetzt war er 2 Tage auf der Suche nach Lebewesen. Da wir keine Unmenschen sind, versprachen wir zu helfen. So setzte sich der Aussi zu uns ans Feuer und wartete. Plötzlich kracht es ganz laut und neuer, größerer Elefant steht vor uns. Bevor der Hund anfangen konnte zu bellen drückte der Aussi ihm die Schnauze zu. Gott sei Dank, denn der Elefant tänzelte, falls dies der richtige Ausdruck für eine solch stattliche Statur sein sollte, leicht aggressiv vor uns rum. Ich als hochintelligentes Wesen stand natürlich ein bisschen außerhalb des Camps. Natürlich hatte ich einen orangefarbenen Pullover an. Super! Langsam trat ich den Rückzug in Richtung Auto an und sprang in Todesangst, als der Elefant seine Ohren aufrichtete und in dieser Drohhaltung in Richtung mich zwei Schritte vorwärts machte, in den offenen Kofferraum des Jeeps. Die folgenden Sekunden würde ich vielleicht als die schrecklichsten meines Lebens beschreiben - aus der Sicht einer anderen Perspektive wunderte sich Dumbo vielleicht gerade darüber, was denn dieses zitternde Etwas zu bedeuten hatte. Dabei kam er zu dem Entschluss, dass das orangene Ding überhaupt nichts Essbares darstellen könnte - für eine saftige Frucht war das Ding einfach zu groß - und trotte von dannen.

So kann’s gehen. Ihr könnt euch jetzt aus eurer gebannten Starre lösen und euren Freund wieder nach Hause schicken, denn die Elefantengeräusche werden jetzt nicht mehr gebraucht.

Vielleicht denkt ihr jetzt ein bisschen anders über Elefanten.

3 Kommentare

  1. Kommentar von Grauganz on Mai 8, 2008 1:44 Uhr nachmittags

    jaja - mir steht heute noch fast der Angstschweiß auf der Stirn, aber wenn man bedenkt, dass es zu der Zeit nur noch ca. 50 Wüstenelefanten gab und wir davon zwei zu Gesicht bekamen, war das dann doch wohl ein Bingo!!! :-)

    nen sonnigen Tag wünscht

    die Grauganz

  2. Kommentar von gaggadu on Mai 8, 2008 10:34 Uhr nachmittags

    Fällt dann die Grauganz unter den Begriff der Rabenmutter???? :-D

  3. Kommentar von Grauganz on Mai 10, 2008 12:28 Uhr vormittags

    Also bitte!!! “Rabenmutter” bitte in Gänzefüßchen ;-)
    meint
    die Grauganz

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